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Prof. Simmet über Sharing Economy und Digitalisierung

Maike Verlaat | 2015-10-02 | Kurz erklärt

Prof. Dr. Heike SimmetProf. Dr. Heike Simmet ist Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Bremerhaven und Mitglied in mehreren wissenschaftlichen Beiräten. Mit ihrem Fachwissen berät sie zahlreiche Industrieunternehmen in Sachen Digitalisierung und digitales Marketing. Auf ihrem erfolgreichen Internet-Blog hsimmet.com schreibt sie zu den Themen Digitalisierung im Marketing, Kundenservice und Logistik. Einer ihrer Schwerpunkte liegt dabei auf dem Thema Sharing Economy, wie man es bereits von Carsharing-Systemen kennt.

Was genau ist mit Sharing Economy gemeint?

Das Grundprinzip der Sharing Economy ist das Teilen anstelle des Besitzens. Im B2B-Bereich wurde das lange Zeit als etwas Exotisches angesehen, das mit der Realität in einem gestanden B2B-Unternehmen wenig zu tun hat. Diese Einstellung hat sich in den letzten Jahren jedoch grundlegend geändert und aus den Prinzipien der Sharing Economy ist ein Megatrend geworden. Mittlerweile ist jedem klar, dass sich kein Unternehmen dieser grundsätzlichen Entwicklung mehr entziehen kann. Es ist offensichtlich, dass jeder Betriebsbereich, getrieben von der Digitalisierung, hieran beteiligt sein wird und muss.

Wie können Maßnahmen der Sharing Economy im B2B-Bereich aussehen?

B2B-Unternehmen müssen sich heute die Frage stellen, wo der Kundennutzen ihres Angebotes in Zukunft eigentlich liegen wird. Dabei ist es zentral, welche Dienstleistung ich zu meinem Produktangebot liefere. Die klassische Dominanz des Vertriebes ist auf Dauer nicht attraktiv, da die Wertschöpfung sich ganz klar bereits in den Bereich der Dienstleistungen verlagert hat. Dieser Trend wird durch die Digitalisierung noch einmal ganz massiv verstärkt. Mit dem Internet der Dinge werden sämtliche Produkte früher oder später digitalisiert. Und in diesem Moment steht nicht mehr das materielle Produkt im Vordergrund, sondern all das was ich an Dienstleistungen um das Produkt herum anbiete. Auch B2B-Unternehmen brauchen daher auf Dauer Dienstleistungen, die sie miteinander und mit ihren Kunden teilen.

Welche Bedeutung hat Sharing Economy für das Marketing eines Unternehmens?

Die Nutzung von Sharing Prinzipien ist ein absolutes Marketingthema. Traditionell begreifen B2B-Unternehmen unter Marketing lediglich die Kommunikation. Das ist jedoch zu kurz gegriffen. Marketing bedeutet eine umfassende, marktorientierte Unternehmensführung. Und die Steuerung des Unternehmens vom Markt her bedeutet natürlich auch, sich an den realen Marktgegebenheiten zu orientieren. Gerade diese sind heute jedoch durch die Sharing Prinzipien besonders stark geprägt.

Wie lässt sich das auf Digitalmarketing übertragen?

Kaufprozesse im B2B-Bereich spielen sich heute genauso digital ab, wie die Kaufprozesse im B2C-Bereich. Dies bedeutet, dass Unternehmen, die heute B2B Kaufentscheidungen treffen, durch das Netz, durch Onlinemarktplätze und Plattformen bereits sehr gut vorinformiert sind. Wenn potenzielle Käufer dort auf zufriedene Nutzer von Sharing Systemen treffen, ist das natürlich ein großer Verstärkungseffekt.

Wie schätzen Sie den aktuellen Stand der Digitalisierung im deutschen Mittelstand ein?

Hier ist generell immer noch ein deutlicher Nachholbedarf zu konstatieren. Es gibt noch immer mittelständische Unternehmen, die nicht erkannt haben, dass es sich hierbei um eine absolut grundlegende Notwendigkeit handelt. Viele sehen in der Digitalisierung immer noch ein wenig Facebook, mal ein Update der Webseite. Doch diese Unternehmen haben nicht verstanden, dass sämtliche Prozesse der Unternehmensführung digitalisiert werden und dass die Digitalisierung zur Chefsache erklärt werden muss. Damit muss man natürlich auch etwas tun, was im ingenieursgeprägten Mittelstand nicht so beliebt ist: man muss einfach mal etwas ausprobieren. Die Veränderungen im Digitalbereich sind viel zu schnelllebig, um eine langfristige Strategie am Reißbrett zu planen.

Welche Maßnahmen können B2B-Unternehmen leicht und schnell ergreifen, um mit der Digitalisierung zu starten?

Am Anfang steht ein Brainstorming. Unternehmen müssen sich sehr offen mit der Frage auseinandersetzen, welche neuen Dienstleistungen die Kunden eigentlich haben wollen. Es geht darum, systematisch neue Anwendungsfelder zu suchen. Wichtig ist, dass Entscheider das Thema ernst nehmen und sich erst einmal unvoreingenommen für die neuen digitalen Wege öffnen. Dann stehen grundlegende Veränderungen an. Wenn wir uns die Webseiten von Industrieunternehmen anschauen, erkennen wir leicht, dass sie überwiegend veraltet sind. Der Mittelstand beginnt gerade erst damit, sich mit der Digitalisierung und der Sharing Economy auseinander zu setzen.

Was können B2B Unternehmen über die eigene Webseite hinaus noch tun?

Die eigene Webseite ist erst einmal der Heimathafen. Sie muss modern und gut gepflegt sein. Davon ausgehend müssen auch Industrieunternehmen Content anbieten, um zum Beispiel die Sozialen Medien bespielen zu können. Facebook ist dabei nicht das alleinige Mittel. Gerade Xing und LinkedIn sind im B2B-Bereich essenziell, um geschäftliche Kontakte aufzubauen und auszuweiten und auch bei den neuen Portalen wie Pinterest ist man mittlerweile erstaunt, wie viele B2B-Unternehmen hier schon unterwegs sind. Suchmaschinenmarketing ist ein weiteres wichtiges Thema. Und auch der gesamte Bereich des Portalmarketings wird immer wichtiger und selbstverständlicher. Nicht zuletzt, da wir uns hier auf einer ganz besonders internationalen Ebene bewegen.

Welchen Rat würden Sie mittelständischen Unternehmen in Sachen Digitalisierung geben?

Jetzt zu starten. Unterschätzen Sie nicht die Schnelligkeit der digitalen Entwicklung und sehen Sie zu, dass Sie den Anschluss nicht verlieren!